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Traumpartner-Suche

Einfach mal nach den Kartoffeln fragen

Bei der Suche nach dem Traumpartner hilft Natalie Hack. “Fahrplan zum Wir” ist der Titel ihres Volkshochschulseminars in Freising, zu dem ganz praktische Übungen gehören.

Interview von Christian Gschwendtner, Freising

Natalie Hack, 35, hat ihren Traumpartner durch Zufall kennengelernt. Sie war mit Freundinnen unterwegs, man kam ins Gespräch, der Rest hat sich ergeben. Heute lebt die Sozialpädagogin aus dem früheren Königsberg in Nandlstadt, ist verheiratet und hat eine zweijährige Tochter. Aus Sicht von Natalie Hack ist Liebe nur in den seltensten Fällen dem Zufall geschuldet. Jeder kann den richtigen Partner finden. Natalie Hack hat dafür sogar ein eigenes Konzept entworfen. Den “Fahrplan zum Wir”. Am 9. April stellt sie ihre Ideen voraussichtlich in einem Seminar für Alleinstehende auf Partnersuche an der Freisinger Volkshochschule vor. Zum mittlerweile dritten Mal. Damit in Freising und Umgebung bald niemand mehr alleine sein muss.

SZ: Frau Hack, wie vielen Freisingern haben Sie denn schon zum Traumpartner verholfen?

Natalie Hack: Beim Einkaufen treffe ich immer mal wieder Kursteilnehmer zufällig. Die erzählen mir oft, Sie hätten mittlerweile einen Partner oder eine Partnerin gefunden. Manche tun sich natürlich schwer, ihre Hemmungen abzubauen. Andere finden einen Partner, trennen sich dann aber wieder. Eine 100-Prozent-Erfolgsquote gibt es nicht. Aber die meisten meiner Klienten werden fündig.

Nathalie Hack weiß, was man tun muss, damit man nicht mehr als Single durchs Leben geht.

(Foto: Marco Einfeldt)

Wie sind Sie überhaupt auf die Idee gekommen, Kurse zur Partnersuche anzubieten?

Ich habe 2005 angefangen zu studieren. Damals war ich noch Single. Einigen meiner Freundinnen erging es ähnlich. Ich habe mir deshalb ein Konzept überlegt. Mit 25 Jahren geht man ja ernster an die Sache ran. Die meisten Frauen wollten wissen, wie man in einer langfristigen Beziehung glücklich wird. Ich habe das auch bei meiner jahrelangen Einzelberatung in München gemerkt.

Kommen auch hauptsächlich Frauen zu Ihnen?

Nein, das ist gemischt. Meine erste Gruppe bestand zur Hälfte aus Frauen und Männern. Von 25 bis 60 Jahren ist alles dabei.

Was treibt die Leute an?

Alle bisherigen Teilnehmer hatten bereits eine oder mehrere Beziehungen hinter sich. Viele wollen wissen, welche Fehler sie in der Vergangenheit gemacht haben. Oder was sie besser machen können. Das Thema ist aktuell. Nur trauen sich nicht immer alle ins Seminar zu kommen. Sie haben Angst, dort einen Nachbarn oder Bekannten zu treffen.

Wie lautet dann Ihr Ratschlag?

Sich zu trauen. Und natürlich sich mit dem Thema auseinandersetzten. Wo ist mein Ziel? Wie komme ich da hin?

Wie sieht das dann später in der Realität aus?

Zunächst erarbeiten wir im Seminar eine konkrete Vorstellung des Wunschpartners. Die meisten Kursteilnehmer legen großen Wert auf das Bildungsniveau des zukünftigen Partners. Geht er gerne in Ausstellungen oder auf Reisen? Im nächsten Schritt überlegen wir uns dann, wo ich diesen Partner auch kennenlernen kann. Für Ausstellungsliebhaber wäre der Schafhof zum Beispiel eine gute Adresse in Freising.

Gibt es sonst noch hilfreiche Tipps und Tricks?

Eher alleine losziehen. Wenn man mit dem besten Freund oder der besten Freundin zur Ausstellung geht, besteht die Gefahr, sich die anderen Besucher nicht so genau anzuschauen. Im Seminar üben wir generell, Hemmungen abzubauen. Die Männer müssen beispielsweise nach einem theoretischen Input Frauen in der Unteren Hauptstraße ansprechen. Mich hat mal ein Mann beim Einkaufen gefragt, welche Kartoffeln man am besten für einen Kartoffelsalat hernehmen sollte. Genau so gilt es ins Gespräch zu kommen. Das ist der erste Schritt.

Der Kartoffelsalat geht also immer, welche Sprüche gehen dagegen gar nicht?

Ein Mann sollte einer Frau nicht gleich im ersten Satz sagen, dass sie gut aussieht. Das kommt schlecht an. Die Frau denkt dann eher, der Mann wünscht sich nur eine sehr kurzfristige Beziehung. Ein neutrales Sachthema ist da viel besser. Zum Beispiel: Ich muss jetzt meine Hemden waschen, welches Vollwaschmittel nehmen Sie?

Ist es nicht einfacher, potenzielle Partner im Internet zu suchen?

Bei der Suche im Internet ist die Enttäuschung in 80-Prozent der Fälle groß, wenn man die Menschen “live” vor Ort trifft. Die Zeit und Energie kann man sich eigentlich sparen. Deswegen kommen die Leute in meinen Kurs.

©SZ vom 22.03.2016/zim

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