Wie spreche ich eine Frau an?

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Gemüsehändler Andreas hatte bereits zwei langjährige Beziehungen hinter sich. Die erste Lebensgefährtin, Alica, hat er während seiner Ausbildung kennengelernt: Sie sprach ihn in der Berufsschule an. Sie war nicht besonders hübsch, litt öfters an schlechter Laune, trotzdem freute sich Andreas sehr, mit einer Frau zusammen zu sein.

Nach 2 Jahren Beziehung wollten sie zusammenziehen: Er gab ihr den Auftrag, eine Zwei-Zimmerwohnung zu suchen. Allerdings hoffte Alica, dass Andreas diese Aufgabe übernimmt. Dieses Missverständnis führte zu Vorwürfen ihrerseits und schließlich zu einem Streit. Zwei Monate hatten sie keinen Kontakt zueinander, weil jeder bei dem anderen Partner nicht anrufen wollte. Nach einer Weile ging Alica davon aus, dass Andreas mit ihr Schluss gemacht hat. In der Zwischenzeit lernte sie einen attraktiven Mann kennen. Mitte September kam Andreas zu ihrem Vater, um einige geschäftliche Angelegenheiten zu klären. Beide begegneten sich und schauten sich erstaunt an: Sind wir noch ein Paar?

 

Andreas´s bester Schulfreund hieß Paul, er konnte mit jedem Mädchen in der Schule ins Gespräch kommen: Kumpelhaft fragte er die schöne Daniela, ob sie die Hausaufgaben gemacht hat, und Marita gab ihm immer wieder Gummibärchen. Währenddessen saß Andreas auf der Bank und beobachtete Paul. Seine innere Stimme sagte zu ihm: „Das ist doch so einfach! Gehe zu Marita und frage sie, ob sie auch Gummibärchen für dich hat.“ Andreas saß weiterhin auf der Bank und wartete, bis Marita ihre Aufmerksamkeit auf ihn richtete. Irgendwann schaute sie in seine Richtung. „Oh, toll! Sie wird mich gleich ansprechen. Gott sei Dank.“ Andreas wartete immer, bis er von einem Mädchen angesprochen wurde.

 

So stand er nun an diesem kalten Dienstagvormittag hinter seinem Gemüsestand und träumte von einem Urlaub am Meer mit einer lieben Lebensgefährtin. Eine Frau eilte zu seinem Marktstand. „Sie sieht hübsch aus“, bemerkte Andreas für sich. Indem die Frau zwei Tomaten in ihre Hand nahm, wollte Andreas sie ansprechen, aber seine Zunge war wie vereist und er brachte kein Wort vor Erregung heraus. Die Unbekannte kaufte Tomaten und ging zur S-Bahn. „Schade, sie war hübsch“, dachte Andreas. Die nächste junge Frau wollte drei Bananen. Die innere Stimme flüsterte zu Andreas: „Nimm all deinen Mut zusammen und sprich sie an!“ Er stammelte etwas, die junge Frau lächelte ihn verlegen an und verabschiedete sich von ihm. Andreas errötete vor Scham. „Warum sprechen mich Frauen nicht an?“, ärgerte er sich.

 

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